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Elastographie der Leber

Seit dem Winter 2022 bieten wir in unserer Praxis in Hameln dank eines neuen, hochwertigen Ultraschallgerätes, ein diagnostisches Verfahren an, mit dessen Hilfe wir den bindegewebigen Umbau der Leber (Fibrose bis hin zur Zirrhose) einschätzen können.

Bislang war dafür eine Lebergewebebiopsie notwendig, die aber als „invasives Verfahren“ mit gewissen Risiken und dem Problem, nur ein sehr geringes Volumen der Leber zu erfassen, behaftet ist. Die Elastographie dagegen entspricht einem besonderen, komplett nebenwirkungs- und schmerzfreien Ultraschallverfahren und untersucht ein mindestens 100-fach größeres Lebervolumen.

Ist die Elastographie wissenschaftlich etabliert?

Seitdem die Elastographie um 2005 herum zunächst vor allem im universitären Bereich eingesetzt wurde, ist dieses Verfahren mittlerweile durch unzählige wissenschaftliche Untersuchungen etabliert und die (mindestens) Gleichwertigkeit zur Leberbiopsie wird nicht mehr in Frage gestellt. Dabei ermöglicht es die Elastographie nicht nur, den Grad des bindegewebigen Umbaus der Leber zu erfassen, sondern sie ermöglicht es auch, diesen Umbau im zeitlichen Verlauf, und damit zum Beispiel im Rahmen einer Therapie, zu beurteilen.

Wie funktioniert die Elastographie?

Unser neues Ultraschallgerät der Firma Mindray (Cosona N9) verfügt über einen Schallkopf, der im Rahmen der Elastographie niederfrequente Wellen (Ausbreitungsgeschwindigkeit ca. 1m/s) durch das Lebergewebe aussendet. Diese Wellen verformen das Lebergewebe in Abhängigkeit von der Festigkeit und Elastizität der Leber. Die Verformung wird vom Ultraschallgerät gemessen und zahlenmäßig in Kilo-Pascal (kPa) angegeben. Je fortgeschrittener der bindegewebige Umbau, desto geringer die Verformbarkeit und desto höher die gemessenen Werte. Eine gesunde Leber misst 3-4 kPa, bei einer Leberzirrhose finden sich Werte über 12 kPa.

Um den besten Ort für das Aufsetzen des Schallkopfes zu finden, beginnt die Untersuchung immer mit einem normalen Ultraschall (daher möglichst Überweisung vom Hausarzt mitbringen). Eine Nahrungskarenz von 2, besser 4 Stunden vor der Untersuchung ist wünschenswert.

Nach der optimalen Positionierung des Schallkopfes werden mindestens 10 Untersuchungen durchgeführt und ausgewertet. Die Untersuchungsdauer liegt für alle Untersuchungen zusammen bei 10-15 Minuten.

Vorteile der Elastographie:

Sie ist schmerzfrei, beliebig oft wiederholbar und hat keine Nebenwirkungen.

Wer kommt für die Durchführung einer Elastographie in Frage?

  • Klassische Indikationen sind die, die bislang eine Leberbiopsie notwendig gemacht haben, z.B. vor Einleitung einer antiviralen Therapie bei chronischer Virushepatitis C (und oft auch Virushepatitis B).
  • Leberveränderungen im Ultraschall, die an einen bindegewebigen Umbau der Leber denken lassen, zumeist im Rahmen verschiedener chronischer Lebererkrankungen.
  • Therapieüberwachung chronischer Lebererkrankungen.
  • Mehr und mehr schiebt sich hier die Fettlebererkrankung in den Vordergrund, die in unseren Breiten auf dem Weg ist, die häufigste Ursache für eine Leberzirrhose zu werden (bis zu 25% der erwachsenen Deutschen haben eine Fettleber). Hier kann die Elastographie helfen, die Patienten herauszufiltern, die engmaschigere Kontrolluntersuchungen benötigen. Zumindest alle Patienten mit erhöhten Leberwerten kommen hier für zumindestens eine Basisuntersuchung in Frage.

Grenzen der Untersuchung:

Starke Adipositas, Bauchwasser oder ein ausgeprägter Lungentiefstand können die Untersuchung schwierig bis unmöglich machen.
Die Elastographie gibt präzise und nachvollziehbar Auskunft über die Fibrose der Leber. Die Frage nach einer entzündlichen Aktivität in der Leber kann sie zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sicher beantworten. Hier bleibt die Leberbiopsie der Goldstandard.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Aktuell gibt es bei den gesetzlichen Krankenkassen keinen Gebührenordnungspunkt, über den sich die Elastographie abrechnen lässt. Wir berechnen für eine Untersuchung 60€, was eine detaillierte Besprechung der Befunde und die Erstellung eines Befundberichtes einschließt. Private Versicherungen übernehmen die Kosten in vielen Fällen. Hier lohnt sich eventuell eine Nachfrage beim Versicherungsträger.

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